Das Konzept Basale Stimulation® orientiert sich an der embryonalen Entwicklung und der natürlichen, kindlichen Förderung der Wahrnehmung über die Wahrnehmungsbereiche.

Entsprechend richten sich bei den beeinträchtigten Menschen die intensiven, aber sorgfältig entwicklungspsychologisch und biographisch ausgewählten Angebote über die Sinne als Stimulation (von lat. stimulation = Anregung, Anreiz) allereinfachster Art, die an basale (von lat. basal = grundlegend) ,früheste Erfahrungen anknüpft, die bereits im Mutterleib gemacht wurden. Dabei werden die Menschen unterstützt, die Körperselbstwahrnehmung wieder zu aktivieren, das Körper – Ich zu stabilisieren und darüber erste Beziehungen zur sozialen und materiellen Umwelt aufzunehmen.

Um also wahrnehmungsbeeinträchtigte Menschen individuell und ganzheitlich in ihrer Per­sönlichkeit zu fördern brauchen diese:

Gesunde Menschen nehmen über ständige Veränderung und Bewegung - bewusst und un­bewusst- Informationen im Zusammenspiel aller Sinne wahr. Die Wahrnehmung wird stimu­liert und wach gehalten z.B. über den Bodenkontakt, das Reiben der Kleidung auf den Kör­per, über verschiedene Geräusche und Töne, über Be­wegungen im Mund und so weiter.

Basale Stimulationâ in der Pflege bietet den beeinträchtigten Menschen elementare und einfache Anregungen wo sie aufgrund ihrer krankheitsbedingten Einschränkung nicht in der Lage sind, selbst für angemessene, sich betreffende Anregung zu sorgen.

Das können belebende oder beruhigende Waschungen sein, körperorientierende Ausstrei­chungen, Atemstimulierende Einreibungen, Nester bauen um die Körpergrenzen deutlich zu machen und andere Maßnahmen, die geeignet sind, somatische Wahrnehmung zu unter­stützen.

Dabei kommt der Berührung eine besondere Bedeutung zu. Nur „gute“ Berührung, mit deut­lichem Druck und sinnhaftem Informationsgehalt fördert die Orientierung.

Häufig ist die Berührung bei den wahrnehmungsbeeinträchtigten Personen auch die einzige Möglichkeit der Kommunikation, wenn die üblichen Kommunikationswege wie sprechen, Blickkontakt, Mimik oder Gestik weggefallen sind.

Rhythmische Bewegungen, schaukeln, wiegen und Beinbewegungen stimuliert das Vestibu­lärsystem, über die Stimme werden z.B. Vibrationen übertragen. Orale Stimulation fördert die geistige Wachheit und vertraute Gerüche die Sicherheit. Auch auditive und visuelle Angebote können dem Menschen helfen, ein elementares Kör­perselbstbild aufzubauen, sich zu orientieren und Beziehung zur Umwelt aufzunehmen.

Die biographische Anamnese ermöglicht das Einbeziehen der Lebensgewohnheiten und das Anzuknüpfen an positive Erinnerungen, sowohl an Intelektuelle- als an Körper- und an Emo­tionale Erinnerungen. An Bekanntes und Vertrautes anzuknüpfen schafft Sicherheit.

Das Ziel dabei ist, diese Menschen in die Lage zu versetzen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, sich in Aktivität, - in Bewegung zu erleben und wahrzunehmen, und dabei das Befinden - das Wohlbefinden - zu verbessern.

Dazu brauchen sie die Gegenwart und die körperliche Nähe von Begleitern und Begleiterin­nen, die ihnen die Umwelt auf einfachste Weise nahe bringen, für sie sinnhafte Lageverän­derungen und Fortbewegung ermöglichen und die sie auch ohne Sprachverständnis verste­hen, sie zuverlässig versorgen und pflegen.

Grundlage der Basale Stimulation® in der Pflege sind die zentralen Ziele, die nach Fröhlich jeder Mensch bewusst oder unbewusst für sich anstrebt und die es gilt, in der Pflege bei den beeinträchtigten Menschen zu erkennen und auf dieser Basis die Anforderungen an die Pfle­gehandlungen zu formulieren. Das fordert einen Perspektivwechsel, einen Wechsel der Standpunkte, um sich in die Situation der wahrnehmungseingeschränkten Menschen zu ver­setzen.

Zentrale Ziele:


Nicht jedes dieser Ziele ist immer gleich bedeutsam, in unterschiedlichen Lebenssituationen haben auch unterschiedliche Themen Priorität. Pflegende werden bei der Begleitung der beeinträchtigten Menschen im Sinne der Basalen Stimulation® deren Prioritäten herausfin­den und die Angebote so individuell gestalten, dass sie in die Situation und die Beschäfti­gung des Menschen passt. Voraussetzung für die Pflegenden dazu ist der Aufbau einer Beziehung und die Fähigkeit, Signale der Menschen wahrzunehmen, die deren Willen zum Ausdruck bringen.

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